Der Weg zu dir selbst

Mittlerweile hat bestimmt die halbe Welt schon von Karate gehört und auch Filme wie „Karate Kid“ taten sicherlich ihr Bestes, diese wachsende Popularität teilweise ad absurdum zu steigern. Mittlerweile weiß jeder, worum es dabei geht und wie man zum Schwarzgurtträger wird – am besten in zwei Wochen. Die Karate-Story ist auserzählt, oder?

Hinter dem, was viele als Barfußsport in Weiß für Ausnahmeathleten abstempeln, verbirgt sich jedoch ein ganzes Universum an Philosophien und Disziplinen zur eigenen
Persönlichkeitsentwicklung. Bereits angefangen bei der Bezeichnung „Karate-Do“, die übersetzt „der Weg der leeren Hand“ bedeutet, zeigt sich die erste davon. Nicht nur wörtlich kämpfen die Karatekas ohne Waffen, also mit leeren Händen, auch mental soll alles Hinderliche und Negative losgelassen werden, um den eigenen Geist zu öffnen und vollkommen präsent zu sein. Ganz ohne Hokuspokus.

Dass Karate als Kampfkunst und mittlerweile auch als Kampfsport gleichzeitig auch wohl eine der größten Pazifisten-Vereinigungen darstellt, stößt ebenfalls oft auf Verwunderung. Entgegen dem kursierenden Gewaltstereotyp zeichnet einen echten Karateka vor allem Verantwortungsbewusstsein, Selbstdisziplin und Respekt aus. Der Sport vereint Körper und Geist auf einzigartige Weise und begeistert durch seine Multidimensionalität Menschen auf der ganzen Welt.

Karate ist weitaus mehr als irgendein Barfußsport in Einheitskleidung – es ist gelebte Gemeinschaft, Respekt, Körperbeherrschung, Selbstbewusstsein, Hilfsbereitschaft, Konzentration, Selbstfindung und Entschlossenheit. Deshalb nein, diese Story ist noch lange nicht auserzählt, denn sie wird jeden Tag neu geschrieben. Von erfahrenen Meistern, ambitionierten Trainern, fleißigen Schülern und vielleicht auch bald von dir.